Wie ein Fertigungsbetrieb 30% Arbeitszeit einsparte

May 1, 2020
Gastbeitrag von
Daniel Aigner

Ist es tatsächlich möglich die Arbeitszeit so drastisch zu reduzieren und Kosten einzusparen? Ja, ist es und ich werde es dir gleich zeigen. Aber zuerst möchte ich dir erklären, wie es dazu kam.

Daniel Aigner

30% Arbeitszeiteinsparung?

Software zu entwickeln ist unsere größte Leidenschaft. Wir lieben es bis spät in die Nacht in die Tastaturen zu klopfen, die ersten Prototypen gemeinsam mit unseren Kunden zu testen und bei dem ein oder anderen Hackathon mitzumachen.

Ich kenne kein spannenderes Gebiet als das der digitalen Welt. Anfangs unterschätzt: "Das Internet ist nur ein Hype" (Bill Gates, 1993), bringt es nun die wertvollsten Unternehmen hervor. Doch wie können wir diese Technologie zu unserem Vorteil nutzen und warum schafft ein digitales Produkt soviel Mehrwert?

Angesichts des Tempos der digitalen Welt, war es nie einfacher Software zu seinem Vorteil zu nutzen. Es erfordert kein Doktoratsstudium, keine Millionen € an Budget, oder Insider-Wissen. Es ist eine simple Angelegenheit, wenn man ersteinmal das Tal an Möglichkeiten durchforstet hat. Die Übersicht zu erlangen, ist hierbei der schwierigste Teil.

Falls du bis jetzt allerdings noch keine maßgeblichen Erleichterungen durch die Digitalisierung erfahren hast, hat dies wahrscheinlich nichts mit dir zu tun. Im Hinblick auf die gewaltige Anzahl an Technologien, hat sogar das Land NÖ eine eigene Wissensdatenbank darüber erstellen lassen (https://www.virtuelleshaus.at/digipedia). Es ist es ein Wunder, dass sich überhaupt noch irgendjemand auskennt.

Wenn dich die verschiedensten technologischen Möglichkeiten bis jetzt eher verwirrt, als motiviert haben, dann atme tief durch und entspann dich. Genau hier setzen wir an, um den schnellsten Weg ans Ziel zu nehmen. Hierzu haben wir einen 3 Schritte Plan entwickelt.

Hier beginnt die Magie

Woche 1 - Wo soll ich anfangen?

Welche Prozesse sind noch am wenigsten effizient gestaltet und warum?

Wähle den Prozess aus, der das größtmögliche Potential hat. Das kann beispielsweise der Vertriebsprozess sein, wenn es keine gut integrierte Kundendatenbank gibt. Oder in der Produktion, wenn kein aktueller Projektstatus digital sichtbar ist und es zu erheblicher zusätzlicher Kommunikation kommt.

Um den Faden nicht zu überspannen und zu einer Prozess-Erstellungs-Software greifen zu müssen, oder gar ein Beratungsunternehmen zu engagieren, hier ein praktischer Tipp von uns:

  • Nimm dir eine Handvoll gelber PostIts
  • Starte mit dem groben Beginn des Prozesses und schreibe ihn mit Stichworten auf
  • Klebe die PostIts vom Beginn bis zum Ende an eine Wand
  • Schau dir den Prozess die nächsten Tage immer wieder einmal während deinen Kaffeepausen an und ergänze, was dir noch einfällt
  • Hole auch Kollegen hinzu und schildere ihnen deine Eindrücke, so bekommst du aus unterschiedlichsten Perspektiven noch Anregungen dazu

Woche 2 - Wie kann ich etwas verbessern?

Allein durch das gezielte beobachten der tatsächlichen Durchführung erhält man schon einen ziemlich guten Einblick auf die sogenannten Pain Points. So bezeichnen wir Stellen im Prozess, die nicht wie gewünscht verlaufen. Wo es oft zu Problemen kommt und wo definitiv Potential liegengelassen wird.

Praxistipp 2: Jetzt kommen unsere roten PostIts ins Spiel. Ergänze jetzt die nächsten Tage bei deinem Prozess die Stellen, wo du Verbesserungsbedarf bemerkst, mit den roten PostIts.

Woche 3 - Was nun?

Nicht vergessen: Wir arbeiten mit Menschen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und verändert sich nur äußerst ungern. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt um das Team, rund um den Prozess, ins Boot zu holen und mit ihnen den genauen Ablauf durchzugehen.

Hier wirst du bemerken, dass deine anfänglichen Beobachtungen aus deiner Sicht durchwegs Sinn machen, doch es noch so viele weitere Problemchen gibt, die du gar nicht sehen hättest können.

Praxistipp 3: Jetzt nimmst du blaue PostIts und ihr klebt gemeinsam im Team mögliche Veränderungen hinzu.

Fortschritt nicht Perfektion

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Genau so wenig kann man erwarten, dass alle Problemchen von Tag 1 an aus dem Weg geschaffen werden. Das wichtigste ist, dass Fortschritt passiert und Schritt für Schritt die roten PostIts weniger werden.

Anfangs habe ich kurz von den Möglichkeiten der Digitalisierung gesprochen. Da du jetzt genau weißt, wo der Schuh drückt und welche Schritte automatisiert werden können, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um über eine mögliche Software nachzudenken. Denn genau hier entsteht der zusätzliche Hebel, durch ein digitales Produkt. Bei unserem Kunden konnten wir mit dieser Strategie bis zu 30% Arbeitszeit einsparen und die Software rechnete sich bereits im ersten Jahr.

War's das?

Ja. Das war das Geheimnis, wie ein Fertigungsbetrieb nun bis zu 30% Arbeitszeit in der Montage einspart. Anfangs glaubt man immer es braucht DIE Software, doch viel wesentlicher ist die Basis.

Alle Wege führen nach Rom. Zu Beginn hat die Richtung jedoch die höchste Priorität, sonst wanderst du von Wien über Berlin nach Rom und du lässt am Weg unnötige Ressourcen liegen. Deshalb solltest du nicht überhastig auf einen neuen Trend aufspringen, sondern gezielt die technologischen Möglichkeiten einsetzen.

Nun, mein Plan war es nicht dir eine Software zu verkaufen. Sondern dir zu zeigen, dass trotz der unterschiedlichsten Trends es einen einfachen und praxisorientierten Weg gibt, um nicht im Tal der technologischen Möglichkeiten zu versinken.

Ich bin ein großer Fan von praxisnahen Ansätzen, deshalb habe ich dir hier auch eine Methode gezeigt, die sich relativ simpel und mit wenig Zeit umsetzen lässt. Solltest du beim Punkt eines möglichen digitalen Produkts angekommen sein, dann stehe ich dir natürlich gerne zur Verfügung.

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