#projects

Warum sind in der Software-Entwicklung die Preise so unterschiedlich?

Ich will eigentlich nur eine "Grobschätzung", aber bekomme 10 verschiedene Angebote/Aussagen... Wie sollte ich nun entscheiden?

Daniel Aigner
Gründer / Geschäftsführung bei Deckweiss

Letzte Woche hatte ich einen neuen Rekord im Bezug "auf den Punkt kommen". Nach 23s kam das Wort "App-Idee" und nach 52s die Frage: "Was kostet das ca.?"

Wie schon öfters erwähnt kann man diese Fragen mit so wenig Information nicht seriös beantworten. Wenn das jemand kann dann schick mir bitte seine/ihre Kontaktdaten, das würde ich nämlich auch gerne können.

Warum sind die Angebote oft so unterschiedlich?

In unserem Bereich der Individualsoftware gibt es beinahe unendlich viele Ansätze wie man zur Lösung kommt. Deshalb sind Angebote und Aussagen oft sehr unterschiedlich, da die Lösungswege unterschiedlich sind. Hier Angebote zu vergleichen wie beim Einkauf von bspw. 1 Kubikmeter Schotter und rein auf den Preis zu schauen bringt also nichts.

Anhand welcher Faktoren sollte ich entscheiden?

Als Entscheidungsträger sollte man sich gut überlegen welche Faktoren für die Entscheidung relevant sind. Natürlich sind die Kosten wichtig, aber Entscheidungen rein aufgrund des Preises zu treffen und andere Faktoren nicht zu berücksichtigen ist meiner Meinung nach fahrlässig.

Hier ein paar Punkte auf die ich unsere Kunden auch immer wieder hinweise:

  1. Passen wir menschlich zusammen? Stimmen die Werte? Vertrauen wir einander?
    Unser HTL-Professor Christian Haabs hat uns bei unserem ersten Projekt darauf hingewiesen, dass Kommunikation immer das wichtigste ist. Da hat er recht behalten. Versteht man sich untereinander kann man sich im Normalfall alles ausreden.
  2. Verstehen beide Seiten, was das Ziel ist und warum eine Zusammenarbeit Sinn macht? Was soll mit dem Projekt erreicht werden?
    Hier starte ich gerne im Erstgespräch mit vielen ausführlichen Fragen um wirklich ein Bild der Situation zu bekommen und vor allem die Ursache der Lösungsidee auf den Grund zu gehen. Denn die Anfrage nach einer App ist ja rein ein Lösungsvorschlag des Kunden. Vielleicht gibt es ja auch noch andere Möglichkeiten hier eine bessere Lösung zu finden.
  3. Wie sieht die Zusammenarbeit aus? Wie lange dauert das Projekt?
    Es macht einen erheblichen Unterschied, ob das Projekt eine einmalige kleine Software-Anwendung ist, oder ob es um eine laufende Weiterentwicklung und Optimierung geht. Denn bei zweiterem ist die Auswahl des Auftragnehmers noch viel genauer zu hinterfragen. Das ist beinahe so als würde man einen weiteren Gesellschafter ins Unternehmen holen, vor allem dann, wenn die Software ein Kernbereich des Unternehmens ist.
  4. Rentiert sich für mich als Auftraggeber das Investment? Ist der Preis für diese Leistung realistisch?
    Nachdem wir bei Deckweiss nicht mehr nach Aufwand verrechnen, sondern nach geliefertem Mehrwert, ist jedes Investment in unsere Dienstleistung eine gute Investition. Ist dies nicht der Fall hat man entweder ein Charity-Projekt am Start, etwas beim Business-Case nicht beachtet, oder wir als Auftragnehmer etwas nicht richtig verstanden und unser Lösungsweg ist nicht optimal gewählt. Um letzteres vorzubeugen erkläre ich im nächsten Absatz, wie man Schritt für Schritt eine gute Annäherung zur Lösung relativ risikolos entwickelt.

Wie wähle ich nun den richtigen Software-Partner aus?

Mail an: hallo@deckweiss.at

Spaß. 😅

Wie bereits oben erwähnt gibt es weit mehr Faktoren die wichtig sind, als rein auf den Preis zu schauen. Um für beide Seiten mit wenig Risiko und Kapital rasch Verständnis füreinander zu bekommen und auch am Projekt etwas weiterzubekommen gibt es für mich folgende Best-Case Lösung:

  1. Im Erstgespräch die oben genannten Punkte behandeln und die Entscheidung für einen Anforderungs-Workshop treffen.
  2. Mit einem ersten Anforderungs-Workshop starten um tiefes Verständnis zu bekommen. Hier sollten beide Parteien dann ein gutes Bild vom Projektvolumen bekommen und Schätzungen für Dauer und Preis sind nun möglich. Ich möchte betonen Schätzungen.
  3. Das Software-Konzept zu Bilde tragen und das Design der Software erstellen. Hier ist das Ergebnis ein Mockup der Software. Ab diesem Schritt ist beinahe ein Fixpreis möglich, da nun klar ist, was entwickelt werden soll.
  4. Start mit der Software-Umsetzung.

Fazit

Auch wenn es nachvollziehbar ist, dass man schnellstmöglich einen Preis wissen will, sollte man nicht auf die anderen Faktoren vergessen, die oft viel wichtiger sind. Bei Deckweiss schauen wir gezielt darauf, dass nach jedem Schritt Mehrwert abgeliefert wird. Das Risiko für die Investition in die Software-Umsetzung sich vermindert und der Kunde bei uns nicht König, sondern ein Partner im Projekt ist.

Artikel teilen