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Die 3 wichtigsten Fragen bei der Server-Auswahl

June 6, 2021
Gastbeitrag von
Valentin Jäch

Soll ich mir selber einen Server anschaffen oder doch lieber in der Cloud hosten lassen? Was kostet überhaupt so ein Server? Was brauche ich für mein Projekt? Diese Fragen und mehr werden wir dir hier beantworten.

Valentin Jäch

"Deckweiss entwickelt doch Software, baut ihr jetzt auch Server zusammen oder wieso schreibt ihr darüber?"

Ganz richtig, wir sind Programmierer. Aber in der heutigen Zeit installiert man immer seltener ein Programm am Computer. Sehr viele Anwendungen nutzt man mittlerweile über den Browser. Auch wir bei Deckweiss folgen schon von Beginn an diesem Trend und programmieren neben einigen Apps, hauptsächlich Web-Anwendungen für den Browser. Da man dort aber nicht wie auf dem Smartphone die Webseiten einfach am Gerät installiert, sondern über eine Adresse aufruft, ist unsere Arbeit durch die Programmierung alleine noch lange nicht abgeschlossen. Damit unsere Web-Anwendungen auch öffentlich gesehen werden können, müssen sie auf einem Server hochgeladen und alles richtig konfiguriert werden.

Eigener Servers vs. Cloud-Server

Stellt sich dir die Frage: "Soll ich mir einen eigenen Server anschaffen oder einen Server in der Cloud mieten, z.B. von Hetzner, Amazon, Microsoft, ..."?

Ich nehme die Antwort gleich vorweg. Sofern dein Unternehmen kein Hosting-Anbieter ist, sprich du stellst Server für andere als Dienstleistung zur Verfügung, solltest du keinen eigenen Server anschaffen. Für ein vernünftiges Unternehmen gibt es dazu kaum Gründe dies zu tun.

"Aber was ist mit der Sicherheit meiner Daten? Ich vertrau die doch nicht einfach einem fremden Unternehmen wie Amazon an!" —> Schon mal was von Datenschutz gehört? Ein seriöses Unternehmen würde nie auf die Idee kommen Daten von Kunden preiszugeben. Wenn sie das fahrlässig machen würden, könnten sie direkt mit einer Klage rechnen.

"Ja aber wenn sie gehackt werden oder die Server von denen ausfallen, ich hab das ja dann nicht selbst in der Hand wie die Qualität der Server ist!" —> Das stimmt. Dafür kannst du dann selbst nicht mehr sorgen, aber dafür machen das selbst bei einem rein europäischen Anbieter wie der Hetzner GmbH über 200 Angestellte. Kannst du dir leisten so ein Team auf die Beine zu stellen, das sich tagtäglich um eine gute Infrastruktur, Backups und Security kümmert? Ich denke kaum. Dafür kannst du dir mit Sicherheit leisten Server dort zu mieten. Statt einem einzigen Mitarbeiter für Hosting einzustellen, kannst du dir bei Hetzner schon über 200 einfache Server mieten.

Ein weiterer Vorteil eines großen Rechenzentrums eines Hosting-Anbieters ist das dieses energie-effizient aufgebaut werden kann, im Vergleich dazu wenn jede Firma sich eigenständig einen einzelnen Server ins Haus stellt.

Was kostet ein Server?

Geld. In den meisten Fällen ist das die einzige Antwort die man mit gutem Gewissen sagen kann, ohne weitere Hintergrund-Informationen zu haben. Vielleicht münzen wir die Fragestellung auf ein leichter vorstellbares Thema um. Angenommen wir wollen einen Online-Shop betreiben und benötigen für unsere Waren einen Lagerplatz. Was würdest du antworten wenn ich dich frage: Was kostet ein Lagerplatz?Ohne weitere Infos dazu, würden höchstwahrscheinlich Gegenfragen in der Art kommen: Wie viel Platz brauchst du für deine Waren? Ist die Lage wichtig? Brauchst du mehrere Standorte? Muss das Ganze gut abgesichert sein, weil du wertvolle Waren lagerst?

Amazon investiert in den Bau einer Lagerhalle 50 Millionen während ein regionaler Händler mit kleinem Lieferbereich wahrscheinlich nicht mehr als ein paar hundert Euro an Miete zahlen wird.

Mit einem Server ist es da nicht viel anders. Der Preis richtet sich nach vielen Faktoren. Klarerweise haben unterschiedliche Anbieter auch unterschiedlich teure Tarife die sie anbieten und auch ganz unterschiedliche Leistungen, die mit den Tarifen verkauft werden.

Bei regionalen Server-Hosting Unternehmen wird man meist auf teurere Pakete stoßen, die dafür meist einen besseren und eben regionalen und persönlichen Support anbieten. Große, internationale Hosting Unternehmen hingegen haben sehr viele Kunden, können dadurch günstigere Preise bieten aber wenn man Hilfe benötigt ist man ebenfalls einer von vielen und muss sich meist erst an Chat-Bots und Low-Level-Support Ebenen vorbeikämpfen um Support vom Experten zu erhalten.Es gibt allgemein keinen "besten" Hosting-Anbieter. Meistens ist es reine Geschmacksache in Kombination mit den angebotenen Leistungen, die dann die Wahl des Hosting-Anbieters entscheiden. Das einzige das wirklich zu beachten ist, ist dass die Server des Anbieters nicht zu weit weg sind von der Region, in der meine Software verfügbar sein soll. Es bringt nichts wenn ich in Österreich meine Website vermarkte, aber diese auf Servern in den USA hosten lasse. Genauso sollte man darauf achten, dass man Software die international verfügbar sein soll, bei Anbietern hostet, die auch überall auf der Welt Server haben.

Welche Hosting-Pakete gibt es? Was kommt für mein Projekt in Frage?

Es gibt meistens sehr diverse "Server-Arten" oder besser gesagt Hosting-Pakete, die das Hosting Unternehmen anbietet. Für klassische Webseiten gibt es die sogenannten "Web-Hosting" Pakete, die optimal für das Bereitstellen von simplen Webseiten ausgelegt sind, auf denen man meist ganz simpel und ohne Hintergrundwissen Content-Management-Systeme wie "Wordpress" oder "Typo3" installieren lassen kann.Webhosting ist allgemein die günstigste Variante um eine Website hosten zu lassen. Es gibt Anbieter, die diese Pakete ganz günstig anbieten um 2€ oder 3€ pro Monat, jedoch bekommt man dafür dann meist nur sehr wenig Speicher und langsame Server zugeteilt. Das lohnt sich also nur wenn man kaum Besucher auf der Website hat und wenig Bilder und Videos auf der Website hat. Um einiges bessere Angebote bekommt man schon für 10€-20€ pro Monat.Hat man speziellere Anforderungen und benötigt man seine eigene Logik am Server oder laufen viele Anwendungen parallel, ist es meist vernünftiger einen Cloud-Server zu mieten. Diese Pakete sind meist eine Spur teurer als Webhosting, dafür hat man freie Bahn am Server und ist nicht auf Systeme wie Wordpress und Typo3 beschränkt.

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